Alle Krankheiten sind heilbar - sind alle Krankheiten heilbar?

Aus dem Nähkästchen geplaudert- was erleben wir in unseren Tierischen Gesundheitsberatungen

«Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel, sondern entwickeln sich aus den täglichen Sünden wider die Natur». Dieser Satz stammt vom Urvater der Medizin, Hippokrates.

Dieser Satz passt zu 100% auch für unsere Tiere. Die Auffassung, dass eine Krankheit schicksalhaft oder genetisch bedingt über einen kommt ist weit verbreitet, und wird gerne genau so akzeptiert, entbindet sie einen doch von der persönlichen Verantwortung.

Unsere Pferde müssen in ihrem Leben grosse Kompromisse eingehen.

Wir können die Aufzählung bei der Psyche anfangen. Wie oft werden Pferde missverstanden, sei es beim Reiten und dem Training, bei der täglichen Pflege, beim «Zeit für das Pferd» haben an sich, beim richtigen Mass von Arbeit und Langeweile, bei der Stallsituation, dem Platzbedarf, der Herdenzusammensetzung oder Boxennachbarn.

Weiter geht es bei der Fütterung. Stimmt sein Rauhfutterangebot? Sind die Futterabstände pferdegerecht, die Heuqualität gut, hat es auch als rangniedriges Pferd genügend Zeit zum fressen?

Beim Kraftfutter gibt es sehr grosse Kompromisse. Sehr oft werden in Ställen billige und schlechte Futtermittel angeboten, oft weiss der Besitzer dann nicht mal was genau da drin ist. Da werden hemmungslos Spelzen, Grünmehle, Soja, alle Arten von Trester und Strohprodukten als Alleinkraftfutter angepriesen was alles Notwendige enthalten soll.

Was passiert im Körper, wenn nur ein paar dieser Beispiele auch auf Ihr Pferd zutreffen?

Genau, es werden sich nach und nach Symptome einschleichen. Am Anfang harmlos, etwas Kotwasser, ein stumpfes Haarkleid, brüchige Hufe, mal hier ein Husten mal da ein kleiner Infekt.

Dies sind in Wirklichkeit die Alarmglocken des Körpers. Sie blinken auf und geben uns Zeichen, dass innerlich etwas nicht im Gleichgewicht ist.

Leider wird hier sehr oft weggesehen, und die Anzeichen unter den Tisch gekehrt. Man will ja nicht gleich aus einer Mücke einen Elefanten machen.

Lässt man jedoch die Vorzeichen unbeachtet, dann erst manifestieren sich daraus Krankheiten und tiefe Stoffwechselstörungen.

Und nun heisst die Diagnose Cushing, EMS, Magengeschwür, Dämpfigkeit, Hufrehe und all die unschönen Dinge. Jetzt müssen Medikamente ran die das Problem lösen sollen.

Oft erst jetzt, lassen Pferdebesitzer bei uns eine Haaranalyse machen. Und sind manchmal ernsthaft erstaunt über schlechte Ergebnisse. Dabei hat ihnen ihr Pferd all die Dinge die nicht stimmen längst erzählt, nur hat keiner hingehört oder hat die falschen Schlüsse daraus gezogen. Pferde sind Meister im Verstecken ihrer Befindlichkeit. Als Fluchttiere dürfen sie ihre Schwäche nicht zeigen, in der Wildnis wäre das der sichere Tod. Dies ist der Grund warum unsere treuen Freunde auch mit grossen gesundheitlichen Schwierigkeiten immer noch ihren Job machen und dem Menschen gefallen wollen. Wir sehen die riesige Verantwortung die wir da als Besitzer tragen.

Hier fängt unsere Aufgabe an:

Jeder Körper braucht Nährstoffe für seine Zellen, sozusagen Benzin für den Motor.

Nicht passendes Futter lässt sehr schnell diese Nährstoffe schwinden. Nahrung ist weit mehr als «satt werden». Richtig genährt bleibt die Haut elastisch, die Verdauung gesund, das Immunsystem fit und die Leber aktiv.

Hier beginnt aktive Gesundheitsvorsorge.

Und nun, wir leben nicht auf einer Seifenblase. Wir wissen, dass vieles nicht so einfach machbar ist, auch wir Menschen leben oft selber grosse Kompromisse und ein schlechtes Gewissen hilft niemandem weiter.

Aber man muss wissen, dass mit der richtigen Ernährung praktisch jede Krankheit, jedes Ungleichgewicht wieder zur Umkehr gebracht werden kann.

Jetzt ist Fingerspitzengefühl gefragt. Unsere Erfahrung zeigt, dass im Darm alles anfängt. Ist der Darm nicht gesund, ist das ganze Pferd nicht gesund. Der Darm ist der Sitz des Immunsystems, und dieser ist für Störungen aller Art besonders anfällig. Stress, Fütterungsfehler, und alles vorher Aufgezählte, Spiegeln sich hier wieder.

Unsere Erfahrung zeigt auch dass hier viele Pferdemenschen nicht genügend Geduld aufbringen. Nur mal schnell 500 Gramm Kräuter füttern reicht eben nicht aus um so ein grosses Tier zur Regeneration zu bewegen. In unseren Futterplänen kommt die Genesung der Verdauung, (oft auch wenn äusserlich (noch) nichts sichtbar war) an erster Stelle.

Je nach Pferd und Vorgeschichte kann das die Wochenlange Gabe von magenschonenden Heilkräutern sein, in der richtige Dosierung und Regelmässigkeit eingesetzt.

Selbstverständlich gehört was weglassen aller schädigenden Bestandteile wie zb. belastende Müsli, manchmal auch Hafer oder schwerverdaulicher Mais genauso dazu.

Nicht jedes Pferd mag die neuen Menus im Futtertrog. Aber es lohnt sich Geduld zu bewahren.

An nächster Stelle kommt sehr oft die Entgiftung des Stoffwechsels an die Reihe.

Die Leber als zentrales Entgiftungsorgan braucht Entlastung, Schadstoffe müssen weichen können. Aufgrund der Entgiftung entschlacken die meisten Pferde, eingelagerte Fettpolster schwinden. Auch so mancher chronische Husten gehörte nach der Entgiftung schon der Vergangenheit an. Die Entgiftung bewirkt, dass danach die Nährstoffe aus dem Futter wieder so im Körper ankommen können, dass das Pferd den vollen Nutzen daraus ziehen kann. Der Darm ist wieder in der Lage Futter zu verwerten.

Diese innere Reinigung ist bei sehr vielen Pferden notwendig. Viele Faktoren sorgen dafür, dass die Leber müde und entgiften notwendig wird:

Impfungen, Umweltbelastungen, schlechtes Heu, gespritztes Stroh, unpassendes Kraftfutter, eine geschwächte Darmflora durch Wurmkuren und Medikamente um nur einige aufzuzählen.

Meist kommen danach individuelle Rohstoffe an die Reihe wie Kräuter oder Mineralien für das Immunsystem, eventuell Gelenkswirksame Komponente oder Aufbau für die Muskulatur.

Eines jedoch sehen wir immer wieder: Man kann keinem Pferd Muskulatur und Substanz anfüttern solange der Darm und der Stoffwechsel nicht gesund sind. Das sind dann diese Pferde welchen zwar Unmengen von Heu, Ölen und Kraftfutter fressen, trotzdem bleiben sie dünn und schmächtig. Hier wurde das Pferd beim Schweif aufgezäumt, die Reihenfolge des Vorgehens war schlicht falsch.

Sogar sehr alte Pferde oder bereits stark geschwächte Pferde können nochmal aufbauen, zunehmen und an Substanz gewinnen, wenn darauf Rücksicht genommen wird. Es ist kein schneller Weg, und oft wäre es einfacher Kalorienhaltige Futtermittel in grossen Mengen anzubieten. Aber es wird leider nicht funktionieren.

Pferde richtig zu ernähren ist kein billiger Weg.

Gutes Futter heisst natürliches Futter: wählen Sie nebst gutem Heu immer reine Zutaten wie Hafer, Graswürfel, Samen, Kräuter usw. All diese sind gut verdaubar, wie wir jetzt wissen das A und O der Gesundheit. Ein Pferd braucht keine bunten bereits mineralisierten Müslis. Der Kompromiss ist viel zu gross. Denn von den zb. 12 enthaltenen Zutaten kann es höchsten 3 gebrauchen und Nutzen. Der Rest wiederum belasteten den Stoffwechsel und die Verdauung.

Lernen Sie nun Ihr Pferd zu «lesen». Beobachten Sie es, hören Sie auf Ihr Gefühl und reagieren Sie zügig, wenn etwas im Argen ist. Warten Sie in der Anweidezeit nicht bis Ihr Pferd, welches seit Tagen einen riesigen Blähbauch hat, am Schluss eine schmerzhafte Kolik bekommt. Reagieren Sie mit der Gabe von Blähungswidrigen Kräutern. Warten Sie bei den Anzeichen von Mauke nicht bis das ganze Bein verkrustet ist. Geben Sie Bitteres für die Leberfunktion. Und warten Sie nach einem Reheschub nicht darauf, dass es sich selber erholt. Gerade jetzt benötigt Ihr Pferd viele hochwertige Nährstoffe um die Körpereigenen Reparaturvorgänge anzukurbeln.

Die Aufzählung ist bei weitem nicht vollzählig. Aber ich hoffe Ihnen einen Einblick gegeben zu haben auf was es ankommt. Und dass die Natur ein riesiges Arsenal an Powerkraftwerken zur Verfügung hat um auch scheinbar hoffnungslose Fälle gesunden zu lassen.

Gerne zeigen wir Ihnen wie!

Claudia Andry, Geschäftsführerin